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Schwere Explosion in Athen
Thanassis Stavrakis/AP
Experten untersuchen
die Unglücksstelle: Durch die Wucht der Explosion zerbarsten in
allen umliegenden Gebäuden die Fensterscheiben
Das Zentrum Athens wurde von einer starken Explosion
erschüttert, mehrere Menschen wurden verletzt. Nach Informationen
des griechischen Fernsehens handelt es sich um einen Anschlag, kurz
vor der Explosion gab es einen Warnanruf.
Bei der Explosion eines Sprengsatzes vor dem Wirtschaftsministerium
im Zentrum Athens sind am Montag nach Angaben des staatlichen griechischen
Fernsehens (NET) drei Passanten durch Splitter leicht verletzt worden.
Es entstand erheblicher Sachschaden. Menschen seien nur deswegen
nicht ums Leben gekommen, weil die Polizei nach einem anonymen Anruf
bei der Athener Zeitung "Eleftherotypia" den Tatort rechtzeitig
habe räumen können, hieß es weiter.
Griechische Medien bezeichneten die Explosion als den spektakulärsten
Anschlag einheimischer Untergrundorganisationen seit der Zerschlagung
der griechischen Terrororganisation "17. November" im
Jahre 2003. Die Detonation war in fast allen Stadtteilen Athens
zu hören. Wie die Polizei mitteilte, war eine auf einem Motorrad
deponierte Bombe gezündet worden. In unmittelbarer Nähe stehende,
von Bauarbeitern benutzte Gasflaschen detonierten aber nicht. "Ersten
Ermittlungen zufolge wurde die Explosion durch eine selbst gebaute
Bombe vor dem Wirtschaftsministerium ausgelöst", sagte eine
Sprecherin der Polizei.
Großer
Sachschaden
Durch die Wucht der Explosion am Syntagmaplatz zerbarsten in einem
Umkreis von über 100 Metern fast alle Fensterscheiben der Gebäude.
Ein Postamt sowie mehrere geparkte Autos wurden stark beschädigt.
"Ich hatte Glück, mit dem Leben davon zu kommen", sagte
ein Kiosk-Besitzer. "Ich hörte die Explosion und fühlte dann,
wie groß die Druckwelle war." Selbst im rund 300 Meter entfernt
liegenden Parlamentsgebäude fielen durch die Detonation Gegenstände
um. Eine Untergrundorganisation namens "Revolutionärer Kampf"
hatte im Juni 2005 einen ähnlichen Bombenanschlag im Bereich des
Arbeitsministeriums in Athen verübt. Damals war ein Feuerwehrmann
leicht verletzt worden.
Experten der Polizei gingen davon aus, dass es sich bei den Tätern
vom Montag um Sympathisanten des zerschlagenen "17. November"
handelt. Zur Zeit findet in Griechenland in zweiter Instanz der Prozess
gegen 17 Mitglieder dieser Terrororganisation statt. Zudem sind
für kommenden Mittwoch umfangreiche Streiks gegen die Einkommenspolitik
der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis
geplant.
Reuters/DPA/AP
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