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Zeitungsinterview mit D. Koufontinas
von
Tar 12:15, Sonntag, 17. Oktober 2004
Von: http://athens.indymedia.org/old/front.php3?lang=en&article_id=277127
eigene
Übersetzung
Dimitris
Koufontinas ist ins Krankenhaus gekommen, weil er seinen Hungerstreik
nach 30 Tagen noch fortsetzt.
Z:
Was hofften Sie am Beginn des Hungerstreiks zu erreichen?
D.K.: Wir wollten
keine speziellen Privilegien. Wir wollten das Minimum, was ihr Gesetz
uns zugesteht. Wir haben ein Ende der Isolation verlangt und den
Abbruch des Käfigs, den sie um uns installiert haben. Der Aufbau
des Käfigs war der letzte Tropfen für die Entscheidung zum Hungerstreik.
Ihre Entschuldigungen dienen nur dazu, die Fassade aufrecht zu erhalten.
Es gibt keinen anderen Zweck, als uns zu erniedrigen. Gefängnis
ist ein mögliches Ende für einen Kampf wie den unseren. Sie können
uns die Freiheit wegnehmen, aber wir können keine Käfige um uns
akzeptieren.
Gefängnisse sind
gemeine Aufbewahrungsorte für Tiere, mit oder ohne Käfig und Isolation.
Der Staat spuckt gleichgültig auf alle, die hier drin sind. Wenn
man als kriminell bezeichnet wird, ist alle Schuld des Staates ausgelöscht.
Wofür steht die Bezeichnung kriminell? Wir sagen, dass wir politische
Gefangene sind. Für uns sind auch die kriminellen Gefangenen auf
eine Art politisch. In einer Gesellschaft, die auf Unfairness und
Ungleichheit basiert ist alles, was als kriminell bezeichnet wird
auch politisch. Wir drücken unsere Solidarität mit ihnen aus und
unterstützen ihre Forderungen und Kämpfe.
Z:
Warum glauben Sie, dass eine "spezielle Art der Inhaftierung" existiert
für die Angeklagten im 17. November-Prozess?
D.K.: Die spezielle
Art der Inhaftierung ist von ausländischen Geheimdiensten arrangiert
worden, die Anordnungen und Anleitungen während dieser ganzen Affäre
ausgegeben haben, die bestimmen wer uns anklagt und alle anderen
Entscheidungen beeinflussen. Seit zwei Jahren ist niemand hervorgekommen
um die Verantwortung zu übernehmen. Jeder versteckt sich hinter
dem anderen und alle zusammen hinter unlogischen Entschuldigungen.
Diese Methoden haben sie nicht aus Sicherheitsgründen eingeführt,
sowieso nicht für unseren Schutz, um den auch niemand gebeten hat,
oder will. Wir fühlen uns von niemandem bedroht. Diese Methoden
sind rachsüchtig und sollen uns auslöschen, nicht so sehr in einer
biologischen Weise, sondern vor allem moralisch. Das können wir
nicht zulassen.
Z: Wie weit werden
Sie gehen?
D.K.: Dies ist
nicht nur eine Entscheidung für mich selber. In der Tradition der
Linken ist der Hungerstreik der politischen Gefangenen eine sehr
wichtige Waffe, um ihre Rechte und ihre Würde zu verteidigen. Ich
habe nicht das Recht, diese Art des Kampfes herabzuwürdigen. Ich
habe nicht das Recht, aufzugeben. Als wir angefangen haben, wussten
wir, was wir tun und welche Konsequenzen es haben könnte. Ich habe
nicht das Recht, jetzt anders darüber zu denken. Ich habe gesagt,
dass ich in Hungerstreik treten werde und ich werde weitermachen
mit den Prinzipien, die wir uns gesetzt haben. Wenn ich aufhöre,
werde ich es beim nächsten Mal genauso machen. Im Moment sind wir
nach einem gemeinsamen Beschluss sechs Gefangene im Hungerstreik,
für eine Sache, die auch andere betrifft. Ich werde sie nicht verraten.
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