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so oder so! infodienst
Mitglieder des
17N im Hungerstreik
Seit Wochen Kampf
gegen Isolationshaft und unterirdische Zellen
Seit
Wochen protestieren bisher sechs Mitglieder der griechischen "Revolutionären
Organisation 17. November" mit einem Hungerstreik gegen ihre
Haftbedingungen. Am 9. August nahm als erster Vasilis Tzortzatos
den Hungerstreik auf. Nach 43 Tagen brach er ihn ab. Am 18. September
ging Dimitris Koufontinas in den Hungerstreik, ihm folgte eine
Woche (25.09.) später Christodoulos Xiros. Wieder eine Woche später
(02.10.) schloss sich Iraklis Kostaris an. Am 7. Oktober musste
Dimitris Koufontinas wegen ernsthafter Gesundheitsprobleme ins
Krankenhaus gebracht werden. Draufhin gingen auch Savas und Vasilis
Xiros am 9. Oktober in den Hungerstreik. Inzwischen schloss sich
auch ein Mitglied einer anderen Stadtguerillagruppe dem Hungerstreik
an: Seit dem 11. Oktober verweigert auch Christos Tsigaridas das
Essen. Tsigaridas wurde als Mitglied der ELA zu 25 Jahren verurteilt.
Die Hungerstreikenden
verweigern das Essen und nehmen auch keine Vitamine o.ä. zu sich.
Sie trinken ausschließlich Wasser, solange sie dazu in der Lage
sind.
Die
17N-Mitglieder werden unter speziellen Sonderhaftbedingungen im
Gefängnis von Koridallou in unterirdischen Zellen gefangen gehalten.
Die Bedingungen im 16. Flügel des Gefängnisses, der ausschließlich
für sie reserviert ist, sind ähnlich denen wie die bekannten "Weißen
Zellen" in Deutschland, wie das Solidaritätskomitee erklärt.
Die Gefangenen werden von anderen Gefangenen isoliert. Ihre Zellen
sind fensterlos, Besuche sind nur Angehörigen gestattet. Der Hofgang
der 17N-Gefangenen erfolgt in einem nur 50 Quadratmeter großen
Innenhof mit einem Dach aus blickdichtem Maschendraht. Sie haben
kein Tageslicht, sagte Diminitris Koufodinas der Zeitung "Ta Nea".
Er und die anderen Hungerstreikenden wurden im Dezember 2003 wegen
13 Attentaten verurteilt. Insgesamt 15 Mitglieder des 17. Novembers
verbüßen Haftstrafen zwischen acht Jahren und lebenslänglich.
Im Interview machte Diminitris Koufodinas ausländische Geheimdienste
für ihre erniedrigende Behandlung im Gefängnis verantwortlich.
Die Mitglieder des 17. Novembers haben seit 1975 insgesamt 23
Attentate und mehrere Dutzend Bombenanschläge verübt. Zu den Opfern
gehörten vier US-Vertreter in Griechenland, zwei türkische Diplomaten
und ein britischer Militärattaché.
In
der Vergangenheit hatten sich die Gefangenen und ihre Anwälte
beim griechischen Justizminister, dem Bürgeranwalt des Landes
und auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschwert
und Eingaben gemacht. Am 3. September besichtete der griechische
Justizminister das Gefängnis. Deswegen wurde für wenige Tage ein
Stück der zehn Meter hohen Mauer des Hofes entfernt. Durch dieses
"Fenster" konnten die Gefangenen erstmals seit Jahren
ein Stück Himmel sehen. Kurz darauf wurde die Lücke jedoch wieder
mit Stahlblechen verschlossen. Eine Verbesserungen der Haftbedingungen
brachte alle Eingaben nicht. Deswegen nahmen sie vor vier Wochen
die Hungerstreikkette auf. Jede Woche will sich nun ein weiterer
Gefangener dem Hungerstreik anschließen.
Der
Gesundheitszustand von Savas Xiros ist seit seiner Verhaftung
kritisch, da eine Bombe in seinen Händen explodierte. Mehr tot
als lebendig wurde er verhört und wie seine Frau Alicia Romero
schrieb, unter Drogen gesetzt, damit er Informationen preisgibt.
Durch die Behandlung verlor er mehr als 90% seines Augenlichts.
Außerdem ist er auf einem Ohr taub.
Dimitris Koufontinas
wurde inzwischen angedroht, ihn zwangszuernähren, damit er seinen
Hungerstreik abbricht.
Aus
Griechenland wird berichtet, dass in verschiedenen Städten Solidaritätsaktionen
stattfinden und demonstriert wird.
Letzte
Meldung: Gestern 18.10. haben die Gefangenen des 17N den Hungerstreik
beendet, nachden einige der Forderungen erfüllt wurden.
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