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LinksZeitung vom 3. März 2006
Keine Entschädigung für griechische Nazi-Opfer
Empörung über Urteil des Verfassungsgerichts zu SS-Massaker
Berlin (LiZ) - Die "Internationale Föderation
der Widerstandskämpfer" (FIR) reagierte mit Empörung und
Enttäuschung auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts,
den Prozessantrag der Angehörigen der Opfer des SS-Massakers
von Distimo/ Griechenland abzulehnen. Damit wird den Angehörigen
der Opfer des NS-Massenverbrechens, dem über 300 Menschen
zum Opfer fielen, jegliche Möglichkeit zur Entschädigung
bestritten. Das Verfahren wurde - wie schon in den unteren juristischen
Instanzen - "mit formalen Tricks ausgehebelt", so die FIR. Ein individueller
Entschädigungsanspruch Einzelner bestehe nach Kriegshandlungen
nicht, ein Amtshaftungsabkommen habe damals nicht bestanden, somit
könnten die Betroffenen keine Klage gegen die Bundesrepublik
Deutschland erheben.
Nach dem Karlsruher Beschluss können
die griechischen Opfer auch aus den Entschädigungszahlungen
Deutschlands an rassisch und politisch verfolgte NS-Opfer keine
Ansprüche ableiten, denn die Verbrechen seien "nur Kriegsverbrechen"
gewesen.
"Besonders empörend ist es, dass das
Gericht außerdem behauptet, nach dem Krieg habe es bereits
eine Entschädigung gegenüber Griechenland gegeben", betonte
der Generalsekretär der FIR, Dr. Ulrich Schneider. Es sei bekannt,
dass die griechische Regierung in früheren Jahren massiv unter
Druck gesetzt worden sei, keine Forderungen gegenüber Deutschland
zu erheben, obwohl griechische Gerichte die Ansprüche der Opfer
bis in höchste Instanzen bestätigt hätten.
"Während die Opfer der faschistischen
Politik entrechtet und verhöhnt werden, erleben wir auf der
anderen Seite, dass Traditionsverbände der Kriegsverbrecher,
wie zum Beispiel die Gebirgsjäger-Kompanie, die sich alljährlich
am Brenten in Mittenwald treffen, von der Bundeswehr unterstützt
werden. Das ist ein Skandal," erklärte Dr. Schneider. Mehr
als 60 Jahre nach dem Ende der faschistischen Herrschaft zeigt das
Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wie aktuell die Forderung
bleibt: "Entschädigung der Opfer! Schluss mit der Ehrung der
Kriegsverbrecher!"
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