Veranstaltung
Prozess gegen ELA
Prozess gegen 17.November
Haftbedingungen
Solidarität Staat&Repression
Presse
Erklärungen
Fotos und Plakate
Hintergrund
Aktuelles
Europäisches Sozialforum in Athen 2006
MAIL
|
junge Welt, 16.10.2004
Heike Schrader ,
Athen
Solidarität mit
"Politischen"
Unterstützung
für Hungerstreikende gegen Isolation wächst.
Protest von Parlamentsparteien
Die
Auseinandersetzung um den Status und die Haftbedingungen der politischen
Gefangenen in Griechenland verschärft sich (siehe jW
vom 28.9.). Nach einem Besuch der Mutter-und-Kind-Abteilung des
Gefängnisses von Koridallou erklärte der
griechische Justizminister Anastasios
Papaligouras , der Staat lasse sich nicht von den Forderungen
der im selben Gefängnis untergebrachten Hungerstreikenden erpressen.
Wörtlich meinte der Minister: "Es ist nicht unsere Schuld, daß die Gefangenen in den Hungerstreik getreten sind ."
Dem Minister antwortete der mittlerweile im Krankenhaus liegende
Dimitris Koufontinas , die Hungerstreikenden seien entschlossen, ihren
Widerstand fortzusetzen: "Wenn ein Leben in Unfreiheit bloßes Existieren
bedeutet, ist ein Leben ohne Würde kein Leben mehr ."
Der Gesundheitszustand des seit 18. September Hungernden hat mittlerweile
ein kritisches Stadium erreicht. Nach Aussagen der Ärzte beginnt
die Auszehrung das Gehirn anzugreifen und irreparable Schäden zu
verursachen. Insgesamt befinden sich derzeit sechs Gefangene aus
den Untergrundorganisationen 17N und ELA (Revolutionärer Volkskampf)
im Hungerstreik, darunter der zu Beginn der Woche im ELA - Prozeß
verurteilte Christos Tsigaridas . Auch schlossen sich in vier Gefängnissen des Landes
Gefangene aus dem herkömmlichen Vollzug an. Neben einer allgemeinen
Verbesserung der Haftbedingungen in den überfüllten Gefängnissen
fordern die Inhaftierten ausdrücklich die Aufhebung der Sonderhaftbedingungen
für die "Politischen".
Zudem bekommen die Hungerstreikenden von außerhalb der Gefängnisse
vermehrt Unterstützung. Sprecher der beiden im griechischen Parlament
vertretenen Linksparteien Synaspismos
und KKE (KP Griechenland) forderten die Aufhebung der Sonderhaftbedingungen.
Das wichtigste Gremium von Juristen Griechenlands, der Verband der
Rechtsanwälte Athens, bezeichnete die Isolationshaft als Verstoß
gegen die Menschenwürde.
Darüber hinaus finden in verschiedenen Städten des Landes fast jeden
Tag Demonstrationen oder Kundgebungen der Solidarität mit den Hungerstreikenden
statt. Allein am Donnerstag zogen an die 1 000 Menschen aus dem
Spektrum der außerparlamentarischen und anarchistischen Linken durch
die Athener Innenstadt. Zeitgleich fand eine Demonstration in Thessaloniki
statt.
Kontakt zur Solidaritätsbewegung mit den Gefangenen über: prisonersolidarity@yahoo.gr
|