Explosion in Athen
Athen - Bei der
Explosion eines Sprengsatzes vor dem Wirtschaftsministerium im Zentrum
Athens sind am Montag nach Angaben des staatlichen griechischen
Fernsehens (NET) drei Passanten durch Splitter leicht verletzt worden.
Es entstand erheblicher Sachschaden. Menschen seien nur deswegen
nicht ums Leben gekommen, weil die Polizei nach einem anonymen Anruf
bei der Athener Zeitung "Eleftherotypia" den Tatort rechtzeitig
habe räumen können, hieß es weiter.
Griechische Medien
bezeichneten die Explosion als den spektakulärsten Anschlag einheimischer
Untergrundorganisationen seit der Zerschlagung der griechischen
Terrororganisation "17. November" im Jahre 2003. Die Detonation
war in fast allen Stadtteilen Athens zu hören. Wie die Polizei mitteilte,
war eine auf einem Motorrad deponierte Bombe gezündet worden. In
unmittelbarer Nähe stehende, von Bauarbeitern benutzte Gasflaschen
detonierten aber nicht.
Durch die Wucht
der Explosion am Syntagmaplatz zerbarsten in einem Umkreis von über
100 Metern fast alle Fensterscheiben der Gebäude. Ein Postamt sowie
mehrere geparkte Autos wurden stark beschädigt. Selbst im rund 300
Meter entfernt liegenden Parlamentsgebäude fielen durch die Detonation
Gegenstände um. Eine Untergrundorganisation namens "Revolutionärer
Kampf" hatte im Juni 2005 einen ähnlichen Bombenanschlag im
Bereich des Arbeitsministeriums in Athen verübt. Damals war ein
Feuerwehrmann leicht verletzt worden.
Experten der Polizei
gingen davon aus, dass es sich bei den Tätern vom Montag um Sympathisanten
des zerschlagenen "17. November" handelt. Zur
Zeit findet in Griechenland in zweiter Instanz der Prozess
gegen 17 Mitglieder dieser Terrororganisation statt. Zudem sind
für kommenden Mittwoch umfangreiche Streiks gegen die Einkommenspolitik
der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis
geplant.(dpa)
Köllnische Rundschau,
12.12.2005
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